Weithin sichtbar, erhebt sich die volkstümlich „Eggedom“ genannte ehem. Stiftskirche über der Ortschaft Neuenheerse. Das Gotteshaus gehörte einst zum Hochadeligen Freiweltlichen Damenstift Heerse (gegründet um 868), das bis zu seiner Aufhebung im Jahre 1810 auf eine fast 1000-jährige Geschichte zurück blicken konnte. Die ehemalige Stiftskirche dient heute als Pfarrkirche und gehört zur Pfarrei St. Saturnina im Pastoralverbund Bad Driburg. Die Innenausstattung stammt zum größten Teil aus der Barockzeit.

Das Abteigebäude und mehrere Kurien der Stiftsdamen sind bis heute erhalten. Als Sitz der Äbtissin ließ Ottilia von Fürstenberg im Jahr 1599 ein neues Gebäude errichten, das heutige Wasserschloss Heerse. Es wird auf Initiative von Konsul Manfred O. Schröder als privates, von einer Stiftung getragenes Museum betrieben. In jüngster Zeit ist ein moderner Erweiterungsbau für Teile der Sammlung hinzugekommen.

Pastoralverbund Bad Driburg
Prälat-Zimmermann-Straße 9
33014 Bad Driburg

T 05253 9799-0
E mail@pv-bad-driburg de

www.pv-bad-driburg.de

Wasserschloss Heerse
Stiftsstraße 2
33014 Bad Driburg-Neuenheerse

www.wasserschloss-neuenheerse.de
T 05259 930333

1989 wurden das Abteigebäude und das umliegenden Gelände mit dem Torhaus von Manfred O. Schröder und seiner Frau Helga Schröder erworben. Sie gestalteten die Innenräume und richteten im Schloss ein Museum der besonderen Art ein. Es beherbergt heute eine der größten privaten Großsäugersammlungen, eine große ethnographische Sammlung mit dem Schwerpunkt Afrika, eine vielfältige Ausstellung zur Heimatkunde, eine Abteilung zur europäischen Jagdkultur, einen Sonderausstellungsbereich zur deutschen Kolonialgeschichte sowie eine Sammlung zur preußischen Geschichte.

Geschichte

868
Gründung des Damenstiftes

871
Kaiser Ludwig der Deutsche stellt das Stift unter die Schirmherrschaft des Reiches (Umbenennung in „Kaiserliches Freiweltliches Hochadeliges Damenstift Heerse“)

1599
Errichtung des Abteigebäudes, des heutigen Wasserschlosses

1810
Aufhebung

1989
Erwerb des Wasserschloss Neuenheerse durch Konsul Manfred O. Schröder

seit 1993
ist das Wasserschloss Heerse mit Führung zugänglich.

2007
wurde aus der Privatinitiative zum Museum eine Stiftung, die von einem Förderverein unterstützt wird.

Der Name der Einrichtung verweist auf zwei Besonderheiten: Das im Jahre 868 vom Paderborner Bischof Luithard und seiner Schwester Walburga gegründete Kanonissenstift stand nur adeligen Frauen offen, und anders als herkömmliche Klöster, die im Idealfall ein streng geregeltes Leben in Askese und Abgeschiedenheit vorsahen, gewährte das Stift einige Freiheiten. Die Kanonissen durften reisen und Geselligkeit pflegen, mussten keine Gelübde ablegen und konnten die Einrichtung wieder verlassen, um zu heiraten – lediglich die Äbtissin gelobte Ehelosigkeit.

Die älteste Kirche entstand um 880 und wurde zuerst der Mutter Gottes Maria geweiht. Die Kirche enthält noch heute viele Reliquien, unter denen die Gebeine der heiligen Saturnina, im Jahr 887 übertragen von Sains-les-Marquion, die auch Stiftspatronin wurde, die wichtigsten sind. Der heutige Kirchenbau stammt aus dem frühen 12. Jahrhundert, als Säulenbasilika ist er eine Besonderheit. Das Mittelschiff jedoch und das südliche Schiff wurden in gotischer Zeit zu einer Hallenkirche erhöht, statt Säulen tragen seit damals achteckige Pfeiler das Gewölbe.

Neben der Armen- und Krankenfürsorge widmete man sich vor allem der Ausbildung der Töchter des Adels. Zunächst gemeinsam untergebracht, bezogen die Stiftsdamen später eigene Häuser. Die Äbtissinnen wohnten weiterhin im Abteigebäude, das von 1599 bis 1603 zu einer schlossähnlichen Zweiflügelanlage im Renaissancestil ausgebaut und später noch mehrfach verändert wurde – das historisierende Fachwerk des Obergeschosses stammt beispielsweise aus dem frühen 20. Jahrhundert. Das von einer Gräfte umgebene Wasserschloss, heute Privatbesitz, beherbergt ein Museum, das neben einer heimatkundlichen Abteilung umfangreiche völker- und naturkundliche Sammlungen präsentiert.

Als architektonische Besonderheit gilt die ehemalige Stiftskirche, deren Ursprung sich bis ins 9. Jahrhundert nachweisen lässt. Ihr nördliches Seitenschiff ist der westfalenweit einzigartige Rest einer um 1100 errichteten frühromanischen Säulenbasilika. Durch eine Erhöhung des südlichen Seitenschiffes bekam das Gebäude um 1350 den Charakter einer spätgotischen Hallenkirche, die Inneneinrichtung stammt im Wesentlichen aus der Barockzeit.

Text mit freundlicher Genehmigung der Klosterregion Kulturland Kreis Höxter (www.klosterregion.de) sowie von WIKIPEDIA.

Möglichkeiten | Angebote

Klosterkultur
heutige Nutzung aufgeteilt

Gottesdienste  siehe pv-bad-driburg.de
Veranstaltungen  unregelmäßig
Möglichkeiten für Gruppen  Museumsbesuche
Klostertourismus
Gastronomie  in Neuenheerse
Parkmöglichkeit  ja
ÖPNV-Anbindung  verschiedene Buslinien mit Anbindung an Altenbeken, Bad Driburg, Willebadessen, Paderborn
Besichtigung/Eintritt
  • Die Kirche ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet
  • Das Museum hat spezielle Öffnungzeiten / Besuchsregelungen / Eintrittspreise – siehe wasserschloss-neuenheerse.com
Lokale Besonderheiten  Lage in waldreicher Umgebung mit Wandermöglichkeiten

Bildergalerie St. Saturnina

Bildergalerie Museum Wasserschloss Heerse