Im Zentrum der Kirchen- und Klosterstadt „Sancta Herfordia“ liegt die Münsterkirche St. Marien und Pusinna. Die spätromanische Hallenkirche, die größte in Westfalen, wurde zwischen 1220 und 1250 erbaut. Sie ist heute evangelisch-lutherische Pfarrkirche und kirchenmusikalisches Zentrum. Einige Zeugnisse erinnern an das um 789 als erster Frauenkonvent im sächsischen Missionsgebiet gegründete Stift mit engen Verbindungen zu Corvey.

Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Herford-Mitte ist 2002 durch die Vereinigung der Ev.-Luth. Jakobikirchengemeinde, der Ev.-Luth. St. Johannisgemeinde und der Ev.-Luth. Münsterkirchengemeinde entstanden.

Herforder Münster
Kirchengemeinde Herford-Mitte
Münsterkirchplatz 5
32052 Herford
T 05221 15819

www.kirchenmusik-im-herforder-muenster.de
www.herfordmitte.de

Geschichte

Das um das Jahr 789 gegründete Stift Herford ist das älteste Frauenkonvent im Herzogtum Sachsen. Unter Kaiser Ludwig dem Frommen wurde das es etwa parallel zur Gründung Corveys 823 zur Reichsabtei erhoben – der Kaiser verlieh im Immunität und reichen Besitz. 851 wurde es von aller weltlichen Gerichtsbarkeit befreit. Durch die Überführung der Gebeine der heiligen Pusinna gewann es erhebliche geistige Bedeutung. Mathilde, Urenkelin des Sachsenherzogs Widukind und spätere Gemahlin König Heinrichs I., wurde hier erzogen. Mathilde wurde die Stammmutter der mittelalterlichen Könige und Kaiser.

Herford erhielt 868 freie Äbtissinnenwahl, wurde 887 unmittelbar dem Papst unterstellt und war seit 1147 reichsunmittelbar. 926 wurde das Stift bei einem Ungarneinfall zerstört. Nach dem Wiederaufbau im Jahr 973 bestätigte Otto II. dem Stift seine Immunitätsrechte und Privilegien.

Mit der Reichsunmittelbarkeit wurde das Stift ein eigenständiges, allerdings nur kleines, Territorium des Heiligen Römischen Reiches.  Seine Äbtissinnen waren Reichsfürstinnen und saßen im Reichstag im Rheinischen Reichsprälatenkollegium. Das Reichsstift gehörte zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis. In der Nachbarschaft des Stiftes entwickelte sich die Siedlung Herford, die seit 1170/1180 Stadtrecht besaß und später ebenfalls reichsunmittelbar wurde. Seit 1256 übernahm die Stadt den Schutz der Abtei. Ab 1256 bis um 1530 bildeten Stadt und Abtei eine gemeinsame Regierung für das Gebiet, was einmalig im Reich war.

Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts erstanden in „Sancta Herfordia“ (dem Heiligen Herford) ca. 37 Kirchen, Kapellen, Stifte, Klöster, Hospitäler und kirchliche Häuser (als selbständige Gebäude). Damit war das geistliche Leben dort eher mit Köln als mit anderen Städten dieser Zeit zu vergleichen. Nach der Reformation (1533) wurde das Kanonissenstift ein freiweltliches adeliges Stift für evangelische Damen.

1802 wurde das Reichsstift von Brandenburg-Preußen säkularisiert und 1803 der zu Preußen gehörenden Grafschaft Ravensberg zugeschlagen. 1804 wurde das Stift in ein Kollegiat für Männer umgewandelt und 1810 endgültig aufgelöst. Die Abteikirche („Münsterkirche“) blieb ab 1802 auf ihre Funktion als evangelische Stadtpfarrkirche beschränkt. Das Abteigebäude wurde zur Fabrik zur Herstellung von Baumwollgarn. 1913 bis 1917 wurde an der Stelle der Abtei ein Rathaus im neobarocken Stil errichtet.

Die Abtei und ihr Gebiet lagen im heutigen Zentrum Herfords. Das ehemalige Frauenstift erstreckte sich vom Alten Markt über das Terrain des heutigen Rathauses bis zum Stephansplatz an der Straße „Auf der Freiheit“.

Als Stiftskirche diente das Herforder Münster; es ist die älteste und größte Kirche in Herford. Die spätromanische Hallenkirche wurde zwischen 1220 und 1250 erbaut. Sie ist der erste Großbau einer Hallenkirche in Deutschland und die größte Hallenkirche in Westfalen.

Quellen

www.archive.nrw.de
Wikipedia
www.lwl.org
www.herfordmitte.de

Möglichkeiten | Angebote

Klosterkultur
heutige Nutzung Evangelisch-lutherische Pfarrkirche
Gottesdienste Traditioneller „Predigtgottesdienst“ sonntags, 10 Uhr
weitere Gottesdienste siehe www.herfordmitte.de
Führungen auf Anfrage
Veranstaltungen Kirchenmusikalische Gottesdienste und Konzerte; Themenreihe „offene Kirche“ jeweils unter einem Jahresmotto mit verschiedenen Veranstaltungsformen: Kunstgottesdienst, Gespräch am Kamin des Frühherrenhauses, Vorträge, Ausstellungen.
Klostertourismus
Gastronomie in der Herforder Innenstadt
Parkmöglichkeit öffentliche Parkplätze und Parkhäuser in Herford
ÖPNV-Anbindung Bahn, Bus
Besichtigung/Eintritt geöffnet: Mo bis Sa 10–16 Uhr
Lokale Besonderheiten Lage in der Herforder Innenstadt mit weiteren historischen Kirchen, Museen und Fußgängerzone

Bildergalerie