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Abschlusskonzert II des Klosterfestivals 2022

So. 14. August 2022 | 17.00

Claudio Monteverdi: Vespro della beata vergine
Chor und Instrumentalisten der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover
Leitung: Frank Löhr

Anfang des 17. Jahrhunderts schlagen Claudio Monteverdi (1567–1643) und Kollegen ein neues Kapitel Musikgeschichte auf. Sie verkündeten die Regentschaft von Sprache, Rhetorik und Affekt. In den Jahren um 1600 ist die europäische Musikszene gewaltig im Umbruch. Die polyphone Schreibweise der Renaissance gilt als veraltet. Ein neuer Stil beginnt den Ton anzugeben. Dabei soll die Musik ganz den Inhalten und Stimmungen des zugrundeliegenden Textes folgen − oder wie Claudio Monteverdi es in seinem künstlerischen Credo formuliert: „L’oratione sia padrona dell’armonia e non serva“, „Die Rede sei die Herrin der Musik, nicht ihre Dienerin“. Wie kaum ein anderer Komponist der Zeit macht Monteverdi sich den neuen Stil zu eigen und gibt zugleich entscheidende Impulse für ganze Generationen nachfolgender Komponisten.

Seine Komposition zu Ehren der heiligen Maria aus dem Jahr 1610 bildet eine Synthese aus althergebrachter Polyphonie und neuartigen Konzerten für Solostimmen, die in dieser Form bisher nicht Eingang in die Kirche gefunden haben. Von der ersten bis zur letzten Note beweist die „Vespro della beata vergine” die ganze Bandbreite des Könnens ihres Schöpfers: So arbeitet Monteverdi in seine „Marienvesper” die neuen Errungenschaften ein – melodiereichen, affektgeladenen Sologesang, einfallsreich begleitet vom Orchester –  und präsentiert sich zugleich als Bewahrer der Tradition, indem er die gregorianischen Psalmentöne in ein Stimmengeflecht kunstvoller Mehrstimmigkeit überführt. Mit höchster Kunstfertigkeit vereint er die gegensätzlichen Stile von Renaissance und Frühbarock, Tradition und (damaliger) Moderne zu einer neuen Tonsprache. Ein Werk, das bis heute nichts von seiner Faszination verloren hat.

Die Künstler
Chor und Instrumentalisten der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover
Leitung: Frank Löhr

Der Konzertchor der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover besteht seit 2001 unter diesem Namen. Zwischen 25 und 40 gesanglich besonders befähigte Studierende aller Studiengänge arbeiten in wöchentlichen Proben und Probenwochenenden an anspruchsvoller Chorliteratur, die zumeist am Semesterende in mehreren Konzerten öffentlich aufgeführt wird. In der Zeit seines Bestehens brachte der Chor vorwiegend Werke jenseits des chorischen Mainstreams zu Gehör, wie beispielsweise „Les noces“ von Strawinsky, das „Requiem” von Alfred Schnittke, „Il canto sospeso“ von Luigi Nono in Verbindung mit Mozarts „Requiem” (Fragment) und die „Sinfonia de uma noite inquieta” (UA) von Joost Kleppe. Der Chor tritt regelmäßig in Hamburg, Hannover und Umgebung auf und folgte Einladungen zu Gastkonzerten nach Finnland oder in die Klöster Maria Laach und Marienmünster sowie zum Festival der Klosterlandschaft OWL.

Details

Datum:
So. 14. August 2022
Zeit:
17.00
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Corvey | Abteikirche
Corvey
Höxter-Corvey, 37671
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Telefon:
05271- 49898-0
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