Das 1133 gegründete, ehemalige Kloster Clarholz liegt im Ortsteil Clarholz der Gemeinde Herzebrock-Clarholz und ist ein beeindruckendes Ensemble von Baudenkmälern aus Mittelalter und Barock (Kirche, Konventshaus, Propstei, Gasthaus, Zehntscheune, Wirtschaftshof). Stift Clarholz war zwischen 1133 und der Säkularisation im Jahr 1803 eine Propstei der Prämonstratenser.

Kath. Pfarrgemeinde St. Laurentius Clarholz
Propsteihof
33442 Herzebrock-Clarholz
Tel. 05245-5692
www.laurentius-clarholz.de

Freundeskreis Propstei Clarholz
Postfach 2121
33437 Herzebrock-Clarholz
Tel. 05245-5646
www.propstei-clarholz.de

Geschichte

1133 stiftete Adolf von Steinfurt die benachbarten Klöster Lette (Prämonstratenserinnen) und Clarholz (Prämonstratenser). Weil die Prämonstratenser das Klosterleben im Gegensatz zu Mönchsorden mit der pfarramtlichen Seelsorge verbanden, fungierte die Klosterkirche gleichzeitig auch als Pfarrkirche. Zunächst als Basilika im romanischen Stil errichtet, wurde die Kirche zwischen 1320 und 1330 zur Hallenkirche im gotischen Stil umgebaut und vergrößert. Die aus dieser Zeit stammenden, von symbolträchtigen Tier- und Pflanzenmotiven geprägten Gewölbemalereien wurden bei Restaurierungsarbeiten 1919 bis 2009 freigelegt.

Während der Reformation hielt Clarholz am katholischen Glauben fest. Reformatorische Bestrebungen der zum Protestantismus übergetretenen Grafen von Tecklenburg wehrte der Orden erfolgreich ab. Im 14. Jahrhundert führte der Rückgang der Zahl der Laienbrüder zur Umstellung der Landwirtschaft auf Verpachtung und bezahlte Kräfte. Während der jahrzehntelang dauernden lippisch-tecklenburgischen Fehde wurde das Stift 1437 gebrandschatzt. Auch innerlich befand sich der Konvent in einer Krise.

Die Blütezeit des Klosters fällt in das 17. Jahrhundert sowie den Anfang des 18. Jahrhunderts. Klosterinterne Reformen führten zu einer wirtschaftlichen und kulturellen Hochzeit. 1694 wird die heute noch erhaltene Propstei erbaut. Dazu gehörte auch, dass in den Jahren zwischen 1705 und 1707 das Propsteigebäude und das Innere der Kirche im barocken Stil neu errichtet bzw. umgestaltet wurde. Die mittelalterliche Klosteranlage wurde zu einer eindrucksvollen Barockresidenz ausgebaut. Ein Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel, eine zweiläufige Freitreppe sowie ein Sandsteinportal mit dem bekrönenden Reliefwappen des Erbauers Elbertus von Kükelsheim gliedern die Schauseite und zeugen vom Repräsenationsbedürfnis des damaligen Abtes.

1803 wurde das Kloster säkularisiert; Kreuzgang, Kapitelshaus und andere Klostergebäude wurden abgerissen. Nach Auflösung des 1806 errichteten Patronats der Grafen von Bentheim-Tecklenburg befinden sich Kirche und Konventshaus seit 1969 im Eigentum der Katholischen Kirchengemeinde St. Laurentius Clarholz. Propstei, Wirtschaftsgebäude und Zehntscheune sind Eigentum der Fürsten zu Bentheim-Tecklenburg in Rheda. Im Kapitelsaal der Propstei führt der „Freundeskreis Propstei Clarholz“ Konzerte und kulturelle Veranstaltungen durch, in der Kellnerei betreibt er ein Klostermuseum. Die Gemeinde Herzebrock-Clarholz nutzt die Zehntscheune als Begegnungsstätte. Die Klostergärten wurden 1999 bis 2003 im Rahmen des Projektes „Gartenlandschaft Ostwestfalen-Lippe“ in Anlehnung an historische Vorgaben neu gestaltet.

Möglichkeiten | Angebote

Klosterkultur
heutige Nutzung
  • Kirche: Pfarrgemeinde St. Laurentius Clarholz
  • ehem Klostergebäude: Privatbesitz des Fürstenhauses zu Bentheim-Tecklenburg
Gottesdienste katholisch
Führungen auf Anfrage (Freundeskreis Propstei Clarholz)
Veranstaltungen Ausstellungen im Klostermuseum des Freundeskreises Propstei Clarholz
Klostertourismus
Gastronomie in Clarholz
Parkmöglichkeit ja
ÖPNV-Anbindung Bahn, Bus
Besichtigung/Eintritt Kirche ist geöffnet.

Das Klostermuseum des Freundeskreis Propstei Clarholz ist in den Monaten von Anfang Juni (ab dem Sonntag nach dem 6. Juni)  bis Mitte Oktober (Sonntag nach Erntedank) sonntags von 15 Uhr bis 18 Uhr (sowie nach telefonischer Vereinbarung unter T 05245 5646) geöffnet.

Lokale Besonderheiten
  • Trauungen im Kapitelsaal (Standesamt der Gemeinde Herzebrock-Clarholz)
  • Radweg R1 (ca. 6 km südlich) links und rechts der Ems
    Wanderwege: Fernwanderweg X3 des Westfälischen Heimatbundes; „Kerkherrenweg“ (Rundwanderweg Clarholz – Beelen – Lette -Clarholz); „Prälatenweg“ (Rundwanderweg Clarholz – Marienfeld – Herzebrock – Clarholz)
  • Der Kerkherrenweg: Rundwanderweg vom Kloster Clarholz zu den Pfarrkirchen von Beelen und Lette Start und Ziel der Wanderung, Parkplatz neben der Zehntscheune des Klosters Clarholz. Der Kerkherrenweg führte einstmals Kirchherren von Clarholz nach Beelen. Der alte Pilger- und Betweg führt unter anderem an Bildstöcken und Wegekreuzen vorbei, die als Haltepunkte für Gebet und Meditation angelegt waren. Länge: 22 Kilometer (15 Kilometer, wenn die letzte Etappe mit dem Zug zurückgelegt wird). Einkehrmöglichkeiten und Wegmarkierung (weißes Kreuz) vorhanden.

Bildergalerie