Die heutige St. Stephanskirche der evangelisch-lutherischen Gemeinde von Vlotho (Kreis Herford) gehörte vormals zum Zisterzienserinnen- und späteren Zisterzienserkloster Segenstal („Vallis benedictionis“).

St. Stephan Vlotho

Lange Str. 108 · 32602 Vlotho

Tel. (0 57 33) 23 70

www.st-stephan-vlotho.de

www.kirchenkreis-vlotho.de

Klosterkultur
Gottesdienste evangelisch
Veranstaltungen Kirchenmusik, u.a. Reihe „Musik zur Marktzeit“
Klostertourismus
sehenswert Kirche
Parkmöglichkeit ja
ÖPNV-Anbindung Bahn, Bus
1258 Gründung als Zisterzienserkloster „Segental“
1430 Wiederaufbau der Kirche nach Zerstörung, Mönche aus Loccum
1540 Wechsel zur Evangelischen Konfession
1560 Auflösung des Klosters, Weiterleben als ev. Stephanskirche
1660 Erweiterung der Kirche um ein zweites Kirchenschiff
Ev.- Lutherische St. Stephans-Kirche zu Vlotho

Die Vorgeschichte der heutigen St. Stephans-Kirche geht auf eine Klostergründung in Vlotho zurück. Heinrich Graf von Oldenburg übertrug im Jahre 1258 dem Zisterzienserorden die »Alte Burg«, die Wasserburg Schune, zur Errichtung eines Klosters. Dieser Orden entsandte Nonnen aus dem Kloster Leeden nach Vlotho. Am 16. März 1258 wurde das Kloster gegründet. Es erhielt den Namen »KLOSTER SEGENTAL«. Da das Gebäude aber in dem Überschwemmungsgebiet der Weser lag, wurde 1288 auf dem heutigen Kirchplatz eine neue Klosteranlage errichtet.

Die Klosterkirche wurde erst am 25. Januar 1325 fertig gestellt und von Bischof Ludwig von Minden dem Heiligen Georg geweiht. Diese Namensgebung ist im Laufe der Geschichte aber in Vergessenheit geraten. Während der Mindener Fehde 1368 wurde die Stadt und das Kloster fast völlig zerstört. Nach dem Wiederaufbau der Kirche um 1430 bezogen Mönche aus dem Kloster Loccum das Kloster und blieben bis zur Reformation dort. Um 1540 wechselte der letzte Mönch, Frater Lambertus, zum neuen Glauben. Als er 1560 starb, wurde im gleichen Jahr der erste lutherische Pfarrer namens Arnold Suiderus in sein Amt eingeführt. Von der alten Klosterkirche sind noch die Sakristei und Rundbögen des Kreuzganges erhalten. Die erst um 1430 wieder aufgebaute Kirche wurde nach dem 30-jährigen Krieg zu klein. Deshalb baute man 1659/1660 an der Südseite ein neues Kirchenschiff an. Die Einweihung des neuen Gotteshauses fand am 1. Advent, am 28. November 1660, statt.

Die evangelisch-lutherische St.Stephans- Kirchengemeinde Vlotho besteht zwar  seit 450 Jahren, ihren Namen „St.-Stephani-Gemeinde“ hat sie aber durch eine Verfügung des Königlichen Ministeriums erst 1830 erhalten. Weshalb man damals gerade den Stephanus als Schutzpatron wählte, ist nicht bekannt. Man wusste wohl nicht mehr, dass die Kirche des alten Klosters am 25. 1. 1325 von Bischof Ludwig von Minden dem St. Georg geweiht worden war. Die Gründung der Gemeinde erfolgte im Jahre 1560 mit der Anstellung des ersten Pfarrers durch den damaligen Landesherrn von Ravensberg, Herzog Wilhelm. Er stattete die neue Pfarre ziemlich großzügig aus den Einnahmen des vom Staate eingezogenen Klosters aus.