Das 1133 gegründete, ehemalige Kloster Clarholz liegt im Ortsteil Clarholz der Gemeinde Herzebrock-Clarholz und ist ein beeindruckendes Ensemble von Baudenkmälern aus Mittelalter und Barock (Kirche, Konventshaus, Propstei, Gasthaus, Zehntscheune, Wirtschaftshof). Die 1175 im romanischen Stil fertiggestellte Klosterkirche wurde in den Jahren 1320 bis 1330 zu einer gotischen Hallenkirche ausgebaut. 1803 wurde das Kloster durch den Grafen von Bentheim-Tecklenburg säkularisiert; Kreuzgang, Kapitelshaus und andere Klostergebäude wurden abgerissen. Auch gegenwärtig ist die ehemalige Klosteranlage größtenteils im Besitz des Fürsten zu Bentheim-Tecklenburg. Die Klosterkirche dient heute als Pfarrkirche der katholischen Pfarrgemeinde St. Laurentius. 2003 konnten die Klostergärten sowie die alleegesäumte Gräfte, die im Rahmen des Projektes „Garten-Landschaft OstWestfalenLippe“ nach barockem Vorbild wiederhergestellt und nach gartenkünstlerischen und historischen Aspekten rekonstruiert wurden, neu eingeweiht werden.

Kath. Pfarrgemeinde St. Laurentius Clarholz
Propsteihof
33442 Herzebrock-Clarholz
Tel. 05245-5692
www.laurentius-clarholz.de

Freundeskreis Propstei Clarholz
Postfach 2121
33437 Herzebrock-Clarholz
Tel. 05245-5646
www.propstei-clarholz.de

Klosterkultur
Gottesdienste katholisch
montags bis freitags: 8.00 Uhr
samstags: 18.30 Uhr
sonntags: 8.30 Uhr (Februar, April, Juni, August, Oktober, Dezember)
sonntags: 10.00 Uhr (Januar, März, Mai, Juli, September, November)
Heiligabend: 21.00 Uhr Christmette
Karsamstag: 21.00 Uhr Liturgie der Osternacht
Öffnungszeiten
Führungen
Besichtigung
Kirche: tägl. 8 bis 18 Uhr, Museum: vom ersten Sonntag im Juni biszum Sonntag nach dem Erntedankfest (zweiter Sonntag im Oktober) 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung; Klosteranlage ganzjährig zugänglich, Eintritt frei;
Führungen werden auf   vom Freundeskreis Propstei Clarholz Führungen angeboten, Tel. 05245-5646 (3 Euro pro Person/Schüler/Schwerbehinderte 1,50 Euro, Kinder frei) Dauer 45-60 Minuten
Führungen jährlich am Tag des Offenen Denkmals um 11.15 Uhr, 14.00 Uhr und 16.00 Uhr
Veranstaltungen
  • „Kultur im Kapitelsaal“ (Konzerte, Vorträge, Lesungen)
  • Dauerausstellung zur Klostergeschichte und eine jährlich wechselnde Ausstellung zu einem kultur- und kirchengeschichtlichen Thema im „Museum in der Kellnerei“
    Ab 5. Juni 2011: „Iss und trink! Ernährung, Kochkunst und Tischsitten im Klosterleben der frühen Neuzeit. Göffnet: sonntags von 15.00 bis 18.00 Uhr, sowie nach Vereinbarung.
  • Seminar „Kirchengeschichte in der Zehntscheune“
  • Wanderungen zu den Meierhöfen des Klosters, zur Kirche in Lette (im Mittelalter Sitz des Frauenkonventes), zur Pfarrkirche Beelen auf dem „Kerkherrenweg“ und zu den benachbarten Klöstern Marienfeld und Herzebrock auf dem „Prälatenweg“.
Klostertourismus  
  Verkauf von Ansichtskarten, Wanderführern, Kunstführeren und Büchern zur Klostergeschichte im „Museum in der Kellnerei“ und im Kapitelsaal
Gastronomie Gastronomie auf dem Klostergelände und im Ort
Parkmöglichkeit 30 Pkw-Parkplätze an der Zehnscheune; Busse an der Letter Straße oder auf dem Marktplatz
ÖPNV-Anbindung Bus (Linie 72, Harsewinkel – Clarholz – Herzebrock; Linie 74 Oelde – Lette – Clarholz – Herzebrock – Gütersloh; Linie 311 Warendorf – Beelen – Clarholz – Herzebrock – Rheda-Wiedenbrück)
Bahn (RB 67, „Der Warendorfer“ Bielefeld – Münster), ab Station Clarholz 10 Minuten Fußweg
Lokale Besonderheiten
  • Trauungen im Kapitelsaal (Standesamt der Gemeinde Herzebrock-Clarholz)
  • Radweg R1 (ca. 6 km südlich) links und rechts der Ems
  • Wanderwege: Fernwanderweg X3 des Westfälischen Heimatbundes; „Kerkherrenweg“ (Rundwanderweg Clarholz – Beelen – Lette -Clarholz); „Prälatenweg“ (Rundwanderweg Clarholz – Marienfeld – Herzebrock – Clarholz)
Der Kerkherrenweg Rundwanderweg vom Kloster Clarholz zu den Pfarrkirchen von Beelen und Lette Start und Ziel der Wanderung: Parkplatz neben der Zehntscheune des Klosters Clarholz

Der Rundweg kann auch an den Pfarrkirchen in Beelen und in Lette begonnen werden; neben beiden Kirchen befinden sich Parkplätze. Will man das letzte Stück von Clarholz nach Beelen mit dem Zug zurücklegen, bietet sich die Beelener Pfarrkirche als Ausgangspunkt an.

Der Kerkherrenweg führte einstmals Kirchherren von Clarholz nach Beelen. Der alte Pilger- und Betweg führt unter anderem an Bildstöcken und Wegekreuzen vorbei, die als Haltepunkte für Gebet und Meditation angelegt waren.

Länge: 22 Kilometer (15 Kilometer, wenn die letzte Etappe mit dem Zug zurückgelegt wird)

Dauer: 5 Stunden reine Wanderzeit (Zug: 3,5 Stunden)

Einkehrmöglichkeiten in Beelen, Lette und Clarholz

Markierung: Der Weg ist durch eine weiße Raute ausgeschildert.

1133 Gründung (Prämonstratenser)
1803 Aufhebung

1133 stiftete Adolf von Steinfurt die benachbarten Klöster Lette (Prämonstratenserinnen) und Clarholz (Prämonstratenser). Weil die Prämonstratenser das Klosterleben im Gegensatz zu Mönchsorden mit der pfarramtlichen Seelsorge verbanden, fungierte die Klosterkirche gleichzeitig auch als Pfarrkirche. Zunächst als Basilika im romanischen Stil errichtet, wurde die Kirche zwischen 1320 und 1330 zu einer Hallenkirche im gotischen Stil umgebaut und vergrößert.

Während Reformation konnte Clarholz am katholischen Glauben festhalten. Reformatorische Bestrebungen der zum Protestantismus übergetretenen Grafen von Tecklenburg wehrte der Orden erfolgreich ab.

Die Blütezeit des Klosters fällt in das 17. Jahrhundert sowie den Anfang des 18. Jahrhunderts. Klosterinterne Reformen führten zu einer wirtschaftlichen und kulturellen Hochzeit. Dazu gehörte auch, dass in den Jahren zwischen 1705 und 1707 das Propsteigebäude und das Innere der Kirche im barocken Stil neu errichtet bzw. umgestaltet wurde. Die mittelalterliche Klosteranlage wurde zu einer eindrucksvollen Barockresidenz ausfebaut. Ein Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel, eine zweiläufige Freitreppe sowie ein Sandsteinportal mit dem bekrönenden Reliefwappen des Erbauers Elbertus von Kükelsheim gliedern die Schauseite und zeugen vom Repräsenationsbedürfnis des damaligen Abtes.