St. Johannes Baptist (Johanniterkommende) ist kein aktives Kloster mehr. Barocke Saalkirche von 1715 mit einem neuromanischen Anbau aus den Jahren 1890/91 im Westen der Kirche; Renaissanceportal.

Kirchengemeinde
Komturstraße 4a
32052  Herford
Tel. 05221 92596-0
www.kath-kirche-herford.de
Klosterkultur
Gottesdienste katholisch:
dienstags 8.30 Uhr, mittwochs 17.00 Uhr (Mathilden Hospital), freitags 18.00 Uhr, samstags 17.00 Uhr, sonntags 10.00 Uhr
Führungen für Gruppen auf Anfrage
Veranstaltungen diverse Angebote für alle Altersgruppen
Sehenswert Im älteren barocken Teil Pietà aus der Osnabrücker Schule (Schnitzarbeit aus dem 16. Jahrhundert). Kopie der Mindener Goldenen Tafel (Wiedenbrücker Schule) im Neuromanischen Teil der Pfarrkirche.
Klostertourismus
Gastronomie In der Innenstadt von Herford
Parkmöglichkeit ja
ÖPNV-Anbindung Bus, Bahn
Besichtigung/Eintritt Kirche geöffnet: Mo., Di., Do., Fr.: 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr; Montag bis Freitag: 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr
Lokale Besonderheiten Lage in der Altstadt von Herford
1230/31 gegründet
1810 aufgelöst
seit 1820 röm.-kath. Kirche St. Johannes Baptist; Kommende heute Pfarrhaus

Die erste sichere  Angabe über einen Johanniter- bzw. Malteserorden in Herford stammt aus dem Jahr 1285; frühere Informationen aus den Jahren 1231 oder von 1283 sind zwar als Jahr der Kommendengründung möglich, aber nicht urkundlich belegbar. Obwohl die Johanniter durch großzügige Schenkungen von Adel und Bürgerschaft eine sichere wirtschaftliche Grundlage hatten – der Kommende gehörten Länderein in der näheren Umgebung wie auch Streubesitz außerhalb – hatten die Johanniter im 14. Jahrhundert mit wirtschaftlichem Problemen zu kämpfen.

Während der Reformation konvertierten große Teile der Herforder Bevölkerung zum lutherischen Bekenntnis; als einziger Raum für Gottesdienste stand den wenigen Katholiken die Privatkapelle des Ordens zur Verfügung. 1538 wurden mehrere zugunsten der Herforder Ordenskapelle gemachte Stiftungen zum Unterhalt einer Katholischen Pfarrstelle in Herford zusammengefasst.

1645 gewann der Malteserorden den Prozess um die Eigentumsrechte und ab 1646 gab es wieder einen katholischer Priester in der Kommende. 1674 wurde die Malteserkapelle instand gesetzt, in der seit dem Religionsrezess von 1672 wieder öffentlicher katholischer Gottesdienst erlaubt war.

Im Jahr 1715 ließ der Komtur eine Saalkirche im barocken Stil erbauen; diese bildet den älteren Teil der heutigen Pfarrkirche, die in den Jahren 1890/91 im Westen mit einem neuromanischen Anbau versehen wurde.

Die Aufhebung der Kommende durch die Säkularisierung erfolgte 1810. Seitdem dient die Kirche als katholische Pfarrkirche. Das Gebäudeensemble der Komturei des Malteser-Ritterordens ist um einen kleinen Innenhof gruppiert. Das eigentliche Komtureigebäude wird heute als Pfarrhaus genutzt und gilt als ältestes Herforder Steinhaus aus der Zeit der Gotik.

Quellen:

  • Sancta Herfordia: Broschüre des Kirchekreises Herford (Hrsg.) 1989, Seiten 22/23
  • Karl Hengst: Westfälisches Klosterbuch
  • Internetseiten des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen: www.archive.nrw.de
  • Internetseiten des Pastoralverbundes Herford:
    www.kath-kirche-herford.de
  • Wikipedia
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