Weithin sichtbar, erhebt sich der so genannte Eggedom über der Ortschaft Neuenheerse. Heute als katholische Pfarrkirche genutzt, gehörte das Gotteshaus einst zum Hochadeligen Freiweltlichen Damenstift Heerse, das bis zu seiner Aufhebung im Jahre 1810 auf eine fast 1000jährige Geschichte zurück blicken konnte.

Es wurde um 868 gegründet und 1810 aufgehoben. Die ehemalige Stiftskirche dient heute als Pfarrkirche und gehört zur Pfarrei St. Saturnina im Pastoralverbund Bad Driburg.  Die Innenausstattung stammt zum größten Teil aus der Barockzeit.

Kath. Pfarramt St. Saturnina
Gemmekestr. 2
33014 Bad Driburg-Neuenheerse
Tel. 05259-99900 (Mittwoch- und Donnerstagvormittag)
Klosterkultur
Gottesdienste katholisch, sonntags 8.30 Uhr
Führungen auf Anfrage
Veranstaltungen gelegentlich Konzerte mit geistlicher Musik
Besucherprogramme Veranstaltungskalender
Klostertourismus
Gastronomie in Neuenheerse
Parkmöglichkeit ja
ÖPNV-Anbindung Bus, Bahn
Besichtigung/Eintritt 8.00 bis 18.00 Uhr
Lokale Besonderheiten Das Wasserschloss Heerse in unmittelbarer Nachbarschaft (Museumsbetrieb) bildete bis zur Säkularisation mit der Stiftskirche eine klösterliche Einheit.
868 Gründung
1810 Aufhebung

Der Name der Einrichtung verweist auf zwei Besonderheiten: Das im Jahre 868 vom Paderborner Bischof Luithard und seiner Schwester Walburga gegründete Kanonissenstift stand nur adeligen Frauen offen, und anders als herkömmliche Klöster, die im Idealfall ein streng geregeltes Leben in Askese und Abgeschiedenheit vorsahen, gewährte das Stift einige Freiheiten. Die Kanonissen durften reisen und Geselligkeit pflegen, mussten keine Gelübde ablegen und konnten die Einrichtung wieder verlassen, um zu heiraten – lediglich die Äbtissin gelobte Ehelosigkeit.

Neben der Armen- und Krankenfürsorge widmete man sich vor allem der Ausbildung der Töchter des Adels. Zunächst gemeinsam untergebracht, bezogen die Stiftsdamen später eigene Häuser. Die Äbtissinnen wohnten weiterhin im Abteigebäude, das von 1599 bis 1603 zu einer schlossähnlichen Zweiflügelanlage im Renaissancestil ausgebaut und später noch mehrfach verändert wurde – das historisierende Fachwerk des Obergeschosses stammt beispielsweise aus dem frühen 20. Jahrhundert. Das von einer Gräfte umgebene Wasserschloss, heute Privatbesitz, beherbergt ein Museum, das neben einer heimatkundlichen Abteilung umfangreiche völker- und naturkundliche Sammlungen präsentiert.

Als architektonische Besonderheit gilt die ehemalige Stiftskirche, deren Ursprung sich bis ins 9. Jahrhundert nachweisen lässt. Ihr nördliches Seitenschiff ist der westfalenweit einzigartige Rest einer um 1100 errichteten frühromanischen Säulenbasilika. Durch eine Erhöhung des südlichen Seitenschiffes bekam das Gebäude um 1350 den Charakter einer spätgotischen Hallenkirche, die Inneneinrichtung stammt im Wesentlichen aus der Barockzeit.

Quelle:

  • Text mit freundlicher Genehmigung der Klosterregion Kulturland Kreis Höxter
    www.klosterregion.de