Seit 1918 ist das Lippische Damenstift St. Marien in Lemgo ist eine öffentlich-rechtliche Stiftung mit dem Zwecke, Alteneinrichtungen schaffen und Senioren in seinen Einrichtungen betreuen. Die Einrichtung steht unter der Rechtsaufsicht des Landesverbandes Lippe. Noch heute steht das Hauptgebäude des Stiftes auf dem im 14. Jahrhundert von den Nonnen erworbenen Grundstück in der Südstadt. Die Marienkirche ist eine der schönsten frühgotischen Hallenkirchen Westfalen/Lippes. Die dreischiffige, außen sehr schlichte Kirche ist aus Sand- und Bruchstein errichtet und mit einer der ältesten Renaissanceorgeln Deutschlands (Schwalbennestorgel) von 1612/13 ausgestattet.

Evang.-lutherische Kirchengemeinde St. Marien Lemgo
Stiftstr. 56 · 32657 Lemgo

Tel. (0 52 61) 49 81
www.marien-lemgo.de

Klosterkultur
Gottesdienste evangelisch So. 10.00 Uhr
Führungen „Offene Kirche“: Dienstag bis Sonntag von 8 bis18 Uhr (November bis Februar bis 16 Uhr). Individuell zusammengestellte Führungen (mit speziellen Themen-schwerpunkten) durch die Kirche St. Marien nach Anmeldung
Veranstaltungen Konzerte, Kirchenmusik
Klostertourismus
Parkmöglichkeit ja
ÖPNV-Anbindung Bahn (Der Lipperländer Bielefeld–Lemgo), Bus 790
Besichtigung/Eintritt ja
Lokale Besonderheiten Lage an verschiedenen bezeichneten Radwegen
1306 Gründung (Dominikanerinnen)
1575 Auflösung
1578 Umwandlung in evang. Damenstift

1306 gründete der lippische Edelherr Simon I. ein Dominikanerinnen-Kloster in Lemgo. 40 Nonnen, die ihr Kloster in Lahde bei Minden verlassen wollten, fanden hier eine neue Wirkungsstätte. Die Marienkirche, die während des Einzuges der Nonnen noch unvollendet war, diente nach ihrer Fertigstellung 1320 gleichzeitig als Bürger- und Klosterkirche.

Um 1528 wurde in der Lemgoer Marienkirche der erste protestantische Gottesdienst gehalten. Im Jahr 1578 wurde das Dominikanerinnenkloster in ein evangelisches Jungfrauenkloster umgewandelt. Die Kirche ist ausgestattet mit einer der ältesten Renaissanceorgeln Deutschlands (Schwalbennestorgel) von 1612/13.

Ausgrabungen zeigen, dass die zwischen 1260 und 1270 entstandene halbrunde Chorapsis in spätromanischem Stil erbaut wurde. Ab 1270 wurde das Chorquadrat im schmucklosen Übergangsstil der Spätromanik und Frühgotik errichtet. Ein neuer Chorabschluss in der seltenen Form von fünf Seiten eines Zehnecks entstand um 1288 im Stil der Frühgotik. Nach der Fertigstellung des Langhauses in der Zeit von 1308 und 1320 entstand der Ostturm mit der Sakristei (1350-1375). Die fünf Geschosse des Turmes sind durch Gesimse markiert. Im Westen deutet die mittigen Mauerverstärkung auf einen unvollendete erste Turm hin. An der Westseite schloss sich das ehemalige Kloster an, von dessen mittelalterlichen Gebäuden seit dem 19. Jahrhundert so gut wie nichts mehr erhalten ist.

Quellen:

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