Böddeken ist eine historische Ansiedlung im Nordosten der Stadt Büren im Kreis Paderborn. Das ehemalige Kloster und heutige Gut Böddeken liegt landschaftlich reizvoll im Schnittpunkt der auf Serpentinen hinunterführenden Landesstraßen L751 und L 818 etwa 3 km südöstlich der Wewelsburg.

Klosterkultur
Gottesdienste nein
Führungen nein
Veranstaltungen nein
Klostertourismus
sehenswert Klosteranlage von außen, insbesondere die Ruine der Klosterkirche
Parkmöglichkeit Straßenrand
ÖPNV-Anbindung Bushaltestelle Böddeken an der Buslinie 461 (www.vph.de)
Büren – Airport PAD – Wewelsburg – Haaren
Besichtigung/Eintritt ggf. bei einem angekündigten „Tag der offenen Tür

Gegründet wurde das Kloster im Jahre 836 durch den Paderborner Archidiakon Meinolf als Frauenstift. Nur die 815 gegründete Abtei Corvey war älter, erlangte aber schon bald ihre Unabhängigkeit vom Paderborner Bischof. Die Gründung steht im unmittelbaren Zusammenhang mit der Translatio der Reliquien des hl. Liborius von Le Mans nach Paderborn. Meinolf gelobte den Bau des Frauenklosters in Bodicon. Das Kanonissenstift wurde über die Jahre zu einem einflussreichen und wohlhabenden Kloster. Seit dem 11. Jahrhundert kam die Bezeichnung als Kanonissenstift auf. Es scheinen wirtschaftliche Schwierigkeiten gewesen zu sein, die das Kloster im 14. Jahrhundert in den Niedergang trieben. Auch gerieten ursprünglich religiöse Aufgaben durch die Versorgungsfunktion des Hauses für adelige Frauen in den Hintergrund.

Die innere Neugründung folgte Anfang des 15. Jahrhunderts. Zunächst übertrug 1408/09 der Paderborner Fürstbischof Wilhelm (1382-1428) die Rechte an Augustiner-Chorherren aus dem Kloster Windesheim bei Zwolle. Diese machten aus dem Kloster eines der größten deutschen Klöster, mit mehr als 40 Chorherren und über 170 Laienbrüdern. Die Chorherren folgten einem sehr bescheidenen und arbeitsreichen Kodex, der nicht nur das Kloster selbst zur Blüte führte, sondern auch viele andere Klöster Europas befruchtete. Die Reformationszeit hatte, anders als in anderen Teilen des Hochstifts Paderborn, keine nachhaltigen Auswirkungen. Dennoch konnte das Kloster an seiner Blütezeit nicht mehr anknüpfen.

Im Vorgriff auf den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 besetzten preußische Truppen am 3. August 1802 das Fürstbistum Paderborn. Am 19. Februar 1803 lösten Beamte und Soldaten das Augustinerkloster auf.

Heutige Nutzung

Das Gut mit seinen Flächen wird weiterhin alslandwirtschaftlicher Betrieb bewirtschaftet. Seit 1978 befindet sich im Ostflügel des ehemaligen Konventsgebäudes ein Fachinternat mit 51 Plätzen für Kinder.[5] Seit 2008 besteht auf Böddeken ergänzend zum Internat eine private Wohngrundschule. Die Anlage ist nur von außen öffentlich zugänglich. (Toreingang an der Bushaltestelle).

836 Gründung durch den Paderborner Archediakon Meinolf als Frauenstift
1408 Neugründung als Augustiner-Chorherren-Kloster
1802 Aufhebung im Zuge der preußischen Säkularisation
seit 1978 teilweise Nutzung als Internat