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1414 wurde das Chorherrenstift St.Dionysius aus Enger (gegründet 947 durch Königin Mathilde) in die Herforder Innenstadt verlegt. Die Angehörigen des Stifts nutzten die zwischen 1240 und 1310 in der Herforder Neustadt erbaute gotische Hallenkirche St. Johannis unter dem Namen St. Johann und Dionys als neue Stiftskirche. Nach der Reformation bestand das Stift als protestantische Einrichtung bis zur Säkularisation 1810 weiter. Heute ist St. Johannis evangelisch-lutherische Pfarrkirche.

Kirchengemeinde Herford-Mitte
Münsterkirchplatz 5
32052 Herford
/www.herfordmitte.de

Klosterkultur
Gottesdienste evangelisch Samstag 18 Uhr, außerdem: „Kunst-Gottesdienst der Offenen Kirche“ zur Eröffnung der Ausstellungen im Frühjahr und im Herbst, in St. Johannis, Samstag 18.00 Uhr, inhaltlich bezogen auf die Ausstellungen, die eröffnet werden.
Führungen für Gruppen auf Anfrage
Veranstaltungen Konzerte, Ausstellungen
Sehenswert wertvolle Inneneinrichtung aus dem 16. und 17. Jahrhundert, Glasfenster z. T. aus dem 14./14. Jahrhundert
Klostertourismus
Gastronomie In der Innenstadt von Herford
Parkmöglichkeit ja
ÖPNV-Anbindung Bus, Bahn
Besichtigung „Offene Kirche“: ganzjährig geöffnet Montag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr (außerhalb der Gottesdienstzeiten)
947 gegründet in Enger
1414 verlegt in die Herforder Innenstadt
1810 aufgelöst

1414 wurde das Stift St. Dionys wegen der unsicheren Lage von Enger in das befestigte Herford verlegt; Stiftskirche wurde die Johanniskirche. Die Stiftsherren brachten damals nicht nur den berühmten Dyonysiusschatz mit Taufgaben Karls des Großen an Widukind mit, sondern auch die (vermeintlichen) Gebeine des Sachsenherzogs Widukind, die bis 1810 in der Johanniskirche ruhten. 1532 wurden im Zuge des „Herforder Bildersturms“ in der Zeit der Reformation zahlreiche Kunst – und Ausstattungsgegenstände in Stift und Kirche zerstört. Das Stift selbst bestand als protestantische Einrichtung weiter bis zur Säkularisation 1810. Heute befinden sich der Dyonysiusschatz im Kunstgewerbemuseum Berlin und die Gebeine wieder in Enger. Nachdem das Bauwerk im 19. Jahrhundert in erheblichem Maße baufällig wurde, musste der Turm zwischen 1906 und 1910 bis auf die Fundamente abgetragen und vollständig neu errichtet werden. Die Anlage einer städtischen Kanalisation hatte zu einem rapiden Abfall des Grundwasserspiegels geführt. Da die Johanniskirche aber, wie alle historischen Gebäude Herfords, auf Eichenpfählen gegründet war, begannen diese nun zu faulen und ihre Stabilität zu verlieren. Der Turmneubau von 1906 bis 1910 wurde zwar mit altem Material und in alter Form errichtet, erhielt jedoch ein Geschoss weniger (7 m) als sein Vorgänger. Er hat jetzt eine Höhe von 71 m und ist damit nach wie vor der höchste Kirchturm Herfords. Die Glasfenster, die zu den ältesten in Westfalen gehören, stammen zum Teil noch aus dem 14. und 15. Jahrhundert (das Älteste mit Medaillons zum Leben Jesu um 1310) und wurden durch den couragierten Einsatz des damaligen Pfarrers Helmut Gaffron im Mai 1940 vor der Zerstörung gerettet. Die künstlerisch wertvolle Inneneinrichtung stammt weitgehend aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Charakteristisch sind die aus Holz geschnitzten Amtsstühle der Handwerkerzünfte der Neustadt. Die Barockkanzel wurde vom Bürgermeister Daniel Pöppelmann gestiftet, einem direkten Vorfahren des 1662 in Herford geborenen Erbauers des Dresdner Zwingers, Matthäus Daniel Pöppelmann. Heute ist in der St. Johanniskirche die „Offene Kiche“ zuhause. Neben dem 18-Uhr-Gottesdienst in den Sommermonaten finden hier ausgesuchte Veranstaltungen und besondere Kunstausstellungen statt. Die Kirche ist damit lebendiger Bestandteil Herforder Kulturarbeit. Quellen:

  • Internetseiten des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen: www.archive.nrw.de
  • Internetseiten der Kirchengemeinde Herford-Mitt: http://www.herfordmitte.de

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