Lichtenau – Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur

Mittelalterliches Frauenkloster, Augustiner Chorherrenstift, barocke Blütezeit, Preußische Staatsdomäne, Gutshof – Nach 550 Jahren bewegter Vergangenheit ist das Kloster Dalheim in eine neue Epoche seiner Geschichte eingetreten. Heute beherbergt es ein in Deutschland einzigartiges Museum für klösterliche Kulturgeschichte.  Die fast vollständig erhaltenen Klosteranlage hat sich bis heute ihre beeindruckende Kraft und Ruhe bewahrt. Kloster und Siedlung liegen in einem Seitental der Altenau, umgeben von einer Landschaft, die von weiten Feldern und ausgedehnten Waldgebieten geprägt ist.

Stiftung Kloster Dalheim
LWL-Landesmuseum für Klosterkultur
Am Kloster 9
33165 Lichtenau
Tel. (0 52 92 ) 93 19-0
www.kloster-dalheim.de
www.stiftung-kloster-dalheim.lwl.org
Klosterkultur
Gottesdienste Kloster ist heute Museum, Gottesdienste bei besonderen Veranstaltungen
Führungen Sonn- und feiertags: 13.30 und 15 Uhr
Öffentliche Führungen (für Einzelbesucher)
Teilnahmegebühr: 2,50 Euro pro Person zzgl. Eintritt
Sonn- und feiertags um 13.30 Uhr durch die Klosteranlage und um 15 Uhr durch die aktuelle Ausstellung bzw. durch die Klostergärten (Mai bis Oktober) oder die Klosteranlage (November bis April), Ausnahme Thementage.
Gruppenführungen nach Voranmeldung über den Besucher-Service (di–fr 11–16 Uhr), Tel.: 05292-9319225
Kosten 1,5 Stunden: 37,50 Euro, 2 Stunden: 50 Euro jeweils zzgl. Museunseintritt.
Gruppengröße bis 25 Personen
Veranstaltungen eigener umfangreicher Veranstaltungskalender
Klostertourismus
sehenswert die gesamte Klosteranlage: Museum, Kirche, Kreuzgang, Klostergarten, Klosterschmiede
Parkmöglichkeit ja
ÖPNV-Anbindung Bus
Besichtigung/Eintritt Erwachsene 6,00 Euro
Gruppen (ab 16 Personen) 4,80 Euro (je Person)
Kinder/Jugendliche (6-17 Jahre) 2,20 Euro
Schülerinnen und Schüler im Rahmen von museumspädagogischen Programmen (2 Begleitpersonen frei) 1,60 Euro
Familientageskarte 13,00 Euro
LWL-MuseumsCard Eintritt frei
Klosterladen Klosterladen mit Klosterprodukten sowie Museumsshop
Gastronomie Klosterwirtshaus (di–so 11–18 Uhr) Tel.: 05292-932710
Übernachtung nein
Lokale Besonderheiten landschaftlich reizvolle Lage mit vielen Wandermöglichkeiten
Ende 12. Jh. Gründung Augustinerinnen-Konvent
1429 Wiederbesiedlung durch Augustiner-Chorherren
Ab 1708 Blütezeit des Klosters und barocker Ausbau
1803 Aufhebung im Zuge der Säkularisation, landwirtschaftliche Nutzung
1979 Kauf der Anlage durch den Lanschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
2007 Museum für Klosterkultur
2010 Weiterer Ausbau

Im Mittelalter besitzt Dalheim offenbar bereits um 800 eine kleine Pfarrkirche. Ein Nachfolger dieses Baus dient dann auch dem Ende des 12. Jahrhunderts gegründeten Augustinerinnen-Konvent als Klosterkirche.

Neugründung

Nach dem Niedergang der ersten Ansiedlung und der Auflösung des Frauenklosters erfolgt 1429 eine Wiederbesiedlung durch Augustiner-Chorherren des Klosters Böddeken. 1452 hat Dalheim schließlich wieder den Rang eines selbständigen Klosters. In den folgenden Jahren wird das Kloster vollständig neu gebaut: Westlich der alten Anlage im Tal errichtet man eine neue Kirche und großzügige Konventgebäude.

Große Teile dieser spätgotischen Kernanlage sind im heutigen Bestand noch erhalten. So gehört die freigelegte Deckenmalerei in der Apsis der Kirche in die Bauzeit um 1470/80, bzw. zu einer zweiten Ausmalung um 1520. Der 30-jährige Krieg (1618-1648) schädigt auch den zuvor wohlhabenden Dalheimer Konvent wirtschaftlich schwer.

Nach mühevollen Aufbauarbeiten erlebt das Kloster im Barock seine größte Blüte. Vor allem Barthold Schonlau, seit 1708 Prior, betreibt den Ausbau Dalheims und formt eine beeindruckende Gesamtanlage. Er rühmt sich in den 23 Jahren seiner Amtszeit ebenso viele Gebäude errichtet zu haben. Diese Phase, in der der repräsentative Ehrenhof, die großzügigen Wirtschaftsbauten und die umfangreichen Gartenanlagen enstehen, prägt bis heute maßgeblich das Erscheinungsbild Dalheims.

Die Auflösung

Im Zuge der Säkularisation wird das Kloster 1803 aufgehoben und als Staatsdomäne verpachtet. In Kirche und Kreuzgang werden Stallungen eingerichtet. Hier steht fortan das Vieh oder lagern Stroh und Korn. Bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wird Kloster Dalheim auch weiterhin als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt. Davon zeugen noch heute die baulichen Veränderungen, die in der Domänenzeit vorgenommen worden sind.

Das Museum im Kloster

Seit dem Kauf der Anlage im Jahre 1979 durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) werden umfangreiche Mittel zur Sicherung des Bestandes, für einen teilweisen Rückbau und die sorgsame Umgestaltung zu einem modernen Museum aufgebracht.

2003 fällt die Entscheidung zur Einrichtung des Dalheimer Landesmuseums für Klosterkultur durch den LWL, 2005 wird der Grundstein gelegt, im Frühjahr 2007 der erste Bauabschnitt übergeben und das LWL-Landesmuseum für Klosterkultur eröffnet.

2010 eröffnet ein zweiter Bauabschnitt , der die historischen klösterlichen Funktionsräume wie z.B. Kreuzganggeviert, Kapitelsaal oder Refektorium wiederherstellt und über 2.000 zusätzliche Quadratmeter hochmoderner Ausstellungsfläche erschließt.

Deutschlands einziges Landesmuseum für Klosterkultur im Kloster Dalheim.

Bedeutsame und wertvolle Exponate finden ihren Platz innerhalb der fast vollständig erhaltenen, 7,5 Hektar großen Klosteranlage, die sich bis heute ihre beeindruckende Kraft und Ruhe bewahrt hat. Im Zusammenspiel von historischer Bausubstanz und moderner Architektur lädt die Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landes­museum für Klosterkultur dazu ein, die Fülle klösterli­cher Kultur zu entdecken. Und dazu gehören nicht nur „ora et labora“ (lat. für „Bete und arbeite“), sondern auch Musik und The­ater, Essen und Trinken, bedeutende Kunstschätze, Bau-, Buch- und Gartenkunst.

Dauer- und wechselnde Sonderausstellungen zeigen, wie Klös­ter die europäische Kulturgeschichte über Jahrhunderte hinweg bis heute entscheidend geprägt haben und wie sie neben ihrer her­ausragen­den Bedeutung als religiöse Zentren und Vermittler christlichen Glaubens auch Stätten der Bildung, der Forschung, der Kunst und der wirtschaftlichen Entwicklung ganzer Landstriche waren.

Regelmäßige Veranstaltungen lassen im Kloster Dalheim zudem die unterschiedlichen Facetten klösterlicher Kultur lebendig werden. Der Dalheimer Sommer holt zum Beispiel Musik und Theater ins Kloster.

Oder Ordensleute aus der Region, aus ganz Deutschland, Österreich, Russland, Polen und Tschechien zeigen  jedes Jahr im August auf Europas größtem Klostermarkt, was in Klosterküchen, -kellern und -werkstätten an Kostbarkeiten entsteht. Wein, Likör, Marmelade und Käse sind rund um den Klosterteich ebenso zu finden wie Kunsthandwerk, Schmuck und Handarbeiten.

Quellen:

  • Internetseiten LWL